68 Nachkommen erlebt - Anna Gertrude Hobohm als Stammutter

68 Nachkommen erlebt - Anna Gertrude Hobohm als Stammutter zahlreicher Zweige unserer Familie:
In der Generationenfolge weitverzweigter Familien sind nicht selten Einzelpersönlichkeiten zu finden, die zu Stammeltern einer großen Nachkommenschaft wurden.

Das Blatt vom Hohen Baum - Familien Hobohm et al

Mitteilungsblatt der Familie Hoogenboom - für die Nachfahren aus den Linien Hoogenboom Hogebom Hohboom Hobohm Hochbaum Hohbaum Hohenbaum Hohnbaum etc
Nr. 5 vom 15. November 1997 von Richard Hohbaum (+)

Der Historiker im allgemeinen und ganz besonders der Genealoge kennt solche Personen, die einen zentralen Mittelpunkt für einen manchmal sehr weitreichenden Verwandtschaftskreis bedeuten. 

So ist beispielsweise die Herkunft der Dichter und Denker aus schwäbischen Stamme auf eine gewisse Stammutter zurückzuführen. Und mit Fug und Recht nannte man die früh verwitwete Queen Victoria von England die "Großmutter Europas". Dabei soll der Anteil des Prinzgemahls Albert an der gemeinsamen Nachkommenschaft zwar keineswegs geschmälert werden, die Queen Victoria jedoch erlebte Dank des von ihr erreichten sehr hohen Alters eben noch einiges mehr an Kindern und Kindeskindern in den Herrscherfamilien des alten Europa. 

Eine Stammutter von ebensolcher familiären Bedeutung - jedoch für unsere eigene Familie und zwar in der Hakenstedter Bördelinie - finden wir in der Person der Anna Gertrude Hobohm, geborene Zimmermann, im 18. Jahrhundert. 

Am 13. August 1717 wurde sie in Hakenstedt geboren. Am 28. Oktober 1732 heiratete sie daselbst fünfzehnjährig den um 13 Jahre älteren Johann Hobohm. Und obwohl dieser immerhin 78jährig am 17. Juli 1782 starb, überlebte Anna Gertrude ihn in fast 17jähriger Witwenschaft. Im 82. Lebensjahr starb sie in Hakenstedt am 8. April 1799. (Halten wir uns vor Augen, daß sie das Zeitalter der Kaiserin Maria Theresia (+1780) und Friedrichs des Großen (+1786) um noch etliche Jahre überlebte). 

Als das Leben der Anna Gertrude Hobohm, geb. Zimmermann, etwas nach 1 Uhr in der Nacht zum 8. April 1799 zu Hakenstedt erlosch, da hatte sie insgesamt 68 Nachkommen an Kindern, Enkeln, Urenkeln und Ur-Ur-Enkeln erlebt. 

Bei der damals sehr hoch gewesenen Kindersterblichkeit lebte beim Tod dieser Ahnin zwar über ein Drittel jener Nachkommen nicht mehr; aber immerhin wurde sie noch von 41 leiblichen Nachkommen überlebt. Das war selbst in jenen Zeiten des großen Kinderreichtums etwas Besonderes!

So berichtet das Hakenstedter Kirchenbuch nota bene, daß die an "Entkräftung des Alters" gestorbene Anna Gertrude Hobohm "ihres Alters 81 Jahr, 7 Monate und 25 Tage" die "Mutter, Großmutter, Aeltermutter und Uraeltermutter" von 68 Personen geworden war, wovon bei ihrem Tode noch 41 lebten. 

Interessant sind bei dieser Aufzählung die uns heute nicht mehr geläufigen Bezeichnungen für Urgroßmutter und Ur-Ur-Großmutter als Ältermutter und Urältermutter. 

Von den Nachfahren aus der Bördelinie zu Hakenstedt gehen auf diese Stammutter Anna Gertrude Hobohm zurück der Ast der Hobohm zu Hakenstedt jüngerer Linie, der Ast der Hochbaum zu Magdeburg mit dem Berliner und Dessauer Zweig, sowie der Ast der Hochbaum zu Berlin mit allen seinen Verzweigungen; ferner aus der Linie zu Hakenstedt-Uhrsleben der Ast der Hobohm zu Uhrsleben, mit dem Uhrslebener und dem New Yorker Zweig; der Ast der Hohboom und Hobohm zu Alvensleben, mit den Zweigen zu Magdeburg und zu Berlin; und schließlich der Ast zu Hohbaum zu Erxleben, mit den Zweigen zu Helmstedt, zu Druxberge, zu Alvensleben, zu Neuhaldensleben mit den beiden schlesischen Zweigen, ferner dem Zweig zu Dreileben-Drakenstedt, sowie dem Zweig zu Eichenbarleben. 

Die Erinnerung an eine "Familien-Mutter" wie Anna Gertrude Hobohm sollte mit diesen Zeilen einmal wieder geweckt werden. Vielleicht darf man an ein solches Erinnern schließen mit den alten Worten des Propheten Jesaja 61,9: "Man soll ihr Geschlecht kennen...und ihre Nachkommen unter den Völkern...und erkennen, daß sie ein Geschlecht sind, gesegnet vom Herrn". 

Verfasser/Urheber: Richard Hohbaum (+)

 

Nachtrag vom 04.02.2025: Zur Personenseite von Anna Gertrude Hobohm, geb. Zimmermann in unserer Datenbank geht es hier.
Man bedenke, dass diese Arbeit von Richard Hohbaum 1997 entstand, der mit "Bleistift und Papier" in den Kirchenbüchern forschte.  Das Internet war in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, Genealogieportale und Mailingliste kaum in Gebrauch. Inzwischen sind wir ein paar Generationen weiter.